Das Abendmahl

Verständnis und Feier des Abendmahls

In der Reformationszeit ist das Verständnis des Abendmahls zwischen Lutheranern und Reformierten strittig gewesen. Ist Christus in den Elementen von Brot und Wein leibhaftig gegenwärtig, oder ist er es in der Feier des Abendmahls unter den Gaben von Brot und Wein durch seinen Geist? Eine Verständigung war im 16. Jahrhundert nicht möglich. Den Reformierten ist in der Abendmahlslehre wichtig gewesen, dass der lebendige Christus unverfügbar bleibt und sich nicht an das Handeln seiner Kirche ausliefert. Kennzeichen reformierter Frömmigkeit ist auch, dass zum Mahl keine Oblate gereicht wird, sondern Brot. Wichtig war ihnen auch der Gemeindebezug der Abendmahlsfeier. Dort stellt sich die christliche Gemeinde sichtbar dar. Wer aus der christlichen Gemeinde ausgeschlossen wurde, weil er gegen die Lebensregeln des Glaubens lebte, der wurde für eine Zeit von der Teilnahme am Abendmahl ausgeschlossen. In reformierter Tradition wurde diese Kirchenzucht geübt, um Menschen wieder auf den Weg der Nachfolge Jesu einzuladen. Zuletzt haben die reformierten Kirchen Kirchenzucht geübt, als sie die weiße südafrikanische Kirche, die keine Schwarzen als Gemeindeglieder zulassen wollte, für eine Zeit aus der reformierten Weltgemeinschaft ausgeschlossen hat. 1973 kam es auf dem Leuenberg bei Basel zu einer Übereinkunft lutherischer, reformierter und unierter Kirchen (Leuenberger Konkordie), in denen die Kirchen und untereinander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft erklärten.