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Unionskolloquium

200 Jahre Union

In diesem Jahr gedenken wir nicht nur des Thesenanschlags Martin Luthers. Das Jahr 2017 ist auch das Gedenkjahr an 200 Jahre Union in Preußen.
Am 27. September 1817 gab der preußische König Friedrich Wilhelm III. eine Kabinettsordre heraus, in der er die Vereinigung der reformierten und lutherischen Gemeinden zu einer evangelisch-christlichen Gemeinde und sein eigenes Vorangehen in der Potsdamer Garnisonskirche zur Nachahmung empfahl. Die Gemeinden behielten das Recht, ihr Bekenntnis selber zu bestimmen. Mit der Einführung einer eigenen Agende ging der König jedoch einen Schritt zu weit, wodurch die Unionsbemühungen in Verruf kamen und heftige Streitigkeiten um politische Bevormundung und konfessionelle Prägungen das Jahrhundert prägten. Das führte zu „Rückfällen“ von bereits vollzogenen Formen der Union und sogar zu Abspaltungen. Demgegenüber gab es aber auch weiterhin theologisch begründete Einigungsbemühungen, wozu beispielsweise der Kirchentag in Wittenberg (1848) gehört, auf dem man mit Überzeugung debattierte, dass die Kirchen sich zusammentun müssten. Hier hielt Johann Hinrich Wichern seine berühmte Rede zur inneren Mission: Einem leeren Magen kannst du kein Evangelium verkündigen. Es wurde versucht, sich auf das Wesentliche zu besinnen.
Zum 100jährigen Jubiläum der Union am 27. September 1917 gaben der Evangelische Oberkirchenrat Voigts und Generalsynodalvorstand Winckler eine Ansprache heraus, die vom allen Kanzeln verlesen werden sollte und in der es hieß: „Wie bei allen großen geschichtlichen Entwicklungen hat es auch bei der Durchführung dieser Vereinigung an Missverständnissen und Widersprüchen nicht gefehlt, aber im Lauf der Zeit haben bis auf vereinzelte Ausnahmen sämtliche Gemeinden unserer Kirche sich die Union angeeignet und je länger je mehr haben in der einen Kirche beide Konfessionen jede die besonderen Gaben der anderen erkennen und schätzen gelernt und sie zum Besten des Ganzen aus-getauscht.“ Auffällig ist, dass im 20. Jahrhundert dann fast ausschließlich von evangelischen Gemeinden geredet wurde. Zeugen dessen sind beispielsweise Adresskalender des Konsistoriums der Kirchenprovinz Sachsen oder die Siegel der Gemeinden.
Zur Zeit des Nationalsozialismus trat unter dem Wirken der Bekennenden Kirche die Bedeutung des Bekenntnisses neu hervor. Da „uniert“ kein Bekenntnis ist, hielt die Verfassung der EKKPS von 1946 die Gemeinschaft aus lutherischen und reformierten Gemeinden als ein Spezifikum der neuen Landeskirche fest. Diese Formulierung wurde fast unverändert in die Verfassung der EKM 2009 übernommen. Jedoch wurden bis in die 90er Jahre, bis zum Erscheinen des Gottesdienstbuchs, die meisten Gottesdienste in unserer Landeskirche nach der altpreußischen Agende gefeiert. Bis heute halten Gemeinden an dieser überkommenen und liebgewonnenen Form fest. Wo überhaupt solche Fragen diskutiert werden, verstehen Gemeinden sich zum Teil immer noch als „uniert“. Sie schätzen das synodal-presbyteriale Kirchenverständnis, das – aus der reformierten Tradition stammend – die Arbeit in ihren Gemeindekirchenräten seit Jahren prägt. Nun ist mit der EKM eine neue Union entstanden. Welche Rolle spielt die Prägung unserer Gemeinden darin?
Wir laden Sie herzlich ein, am 27. und 28. Oktober 2017 zum Unionskongress nach Halle zu kommen. Die Vorträge und Workshops thematisieren nicht nur die geschichtlichen Perspektiven, sondern stellen auch die Frage, welche Bedeutung das Bekenntnis heute für uns hat.

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