Kirchenkreis

Prädestinationslehre

Immer wieder wird mit Reformierter Theologie und Kirche die Prädestinationslehre in Zusammenhang gebracht. Das ist grundsätzlich richtig. Die Prädestinationslehre besagt, daß kein Mensch zu Gott kommen kann, den Gott nicht erwählt hat. Und sie besagt auch, daß der, der zu Gott gehört, auch ewig zu ihm gehören wird. Für die verfolgten Hugenotten war das ein großer Trost, daß sie wußten: nichts und niemand kann uns von Gott trennen. Schwierig wird es, wenn man diese Erwählungslehre aus ihrem seelsorgerlichen Zusammenhang reißt und sie als Beschrewibung für den Zustand der Welt nimmt, so, als...

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Christliches Leben in der Nachfolge Jesu

Christliches Leben in der Nachfolge Jesu: Rechtfertigung und Heiligung Martin Luther fand die Antwort auf die Frage nach dem gnädigen Gott im Kloster als angefochtener Mönch. „Ich kann mir die Gnade Gottes nicht erringen durch Buße, durch eigene Werke. Gott schenkt sie mir allein aus Gnade, ich nehme sie an allein im Glauben.“ Johannes Calvin war Pfarrer einer Gemeinde von Flüchtlingen in Genf und musste ihnen Halt geben, sich in der neuen Heimatgemeinde zurechtzufinden. Ihm lag sehr an der Frage: „wie kann ich als gerechtfertigter Mensch nun mein Leben auch in der Gemeinde und in der...

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Bilderverbot

Wer zum ersten Mal ein reformiertes Kirchengebäude betritt, dem wird in der Regel die nüchterne Gestaltung des Raumes auffallen. Wie in Judentum und Islam gilt ein Verbot der bildlichen Darstellung Gottes. Nach reformierter (biblischer) Zählung lautet das 2. Gebot: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen […] Bete sie nicht an und diene ihnen nicht […].“ Bilder haben etwas Statisches und legen Gott auf bestimmte menschliche Blickwinkel fest. Gott zeigt sich dagegen immer wieder neu und anders im Medium des Wortes. Durch Bilder verstellen Menschen sich diese lebendige...

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Das alte Testament

Wertschätzung des Alten Testaments und bleibende Erwählung Israels Wenn in reformierten Kirchen vom Wort Gottes die Rede ist, dann ist die ganze Bibel gemeint: Die Hebräische Bibel (das „AlteTestament“) und die griechische Bibel (das „Neue Testament“) sind gleich gewichtet. Seit alters her wird die besondere Bedeutung Israels als des alten Bundesvolkes betont. Gott hat seinen Bund mit Israel nie verworfen. Reformierte Gemeinden sehen sich aus diesem Grund in besonderer Weise dem Dialog mit dem Judentum verpflichtet. In einigen Gemeinden werden bis heute in jedem Gottesdienst die Zehn Gebote...

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Das Abendmahl

Verständnis und Feier des Abendmahls In der Reformationszeit ist das Verständnis des Abendmahls zwischen Lutheranern und Reformierten strittig gewesen. Ist Christus in den Elementen von Brot und Wein leibhaftig gegenwärtig, oder ist er es in der Feier des Abendmahls unter den Gaben von Brot und Wein durch seinen Geist? Eine Verständigung war im 16. Jahrhundert nicht möglich. Den Reformierten ist in der Abendmahlslehre wichtig gewesen, dass der lebendige Christus unverfügbar bleibt und sich nicht an das Handeln seiner Kirche ausliefert. Kennzeichen reformierter Frömmigkeit ist auch, dass zum...

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Kirchenordnung

Die „presbyterial-synodale“ Ordnung ist das Verbindende aller reformierten Kirchen weltweit. Diese Ordnung wendet sich gegen jede Art hierarchischer Kirchenleitung. Die reformierte Kirchenordnung ist von unten nach oben aufgebaut: Jede Gemeinde wird durch ein gewähltes Presbyterium geleitet, dem Pfarrerinnen und Pfarrer als Gleiche unter Gleichen angehören. Nicht-Theologen spielen eine bedeutende Rolle. Jede Gemeinde ist Kirche im Vollsinn und insoweit autonom. Sie lebt aber in synodaler Gemeinschaft mit anderen Gemeinden und delegiert Entscheidungen, die alle angehen, nach dem...

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